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Warensicherung entfernen – was erlaubt ist und wie es richtig erfolgt

Einordnung

Warensicherung entfernen bedeutet im Handel entweder ein Hartetikett zu lösen oder ein Klebeetikett zu deaktivieren. Beides geschieht ausschließlich im Geschäft, in der Regel direkt an der Kasse. Dieser Artikel beschreibt den gesamten Ablauf stringent und zusammenhängend – von den Sicherungstypen über das konkrete Entfernen bis hin zu typischen Fehlern und bewährten Praxisempfehlungen für den Einzelhandel.

Grundlagen zu Systemen und Technologien finden Sie auf den Seiten Warensicherung und Diebstahlsicherung.

Warum Warensicherungen nicht selbst entfernt werden sollten

Warensicherungen sind bewusst so konstruiert, dass sie ohne geeignete Geräte nicht zuverlässig gelöst werden können. Das schützt nicht nur die Ware, sondern stellt auch sicher, dass Entsicherungsvorgänge im Geschäft klar geregelt und nachvollziehbar ablaufen. Ein funktionierendes System setzt voraus, dass Sichern und Entfernen immer zusammen gedacht werden – von der Etikettwahl bis zum Kassenprozess.

Eigenständige Entfernungsversuche führen in der Praxis häufig zu Problemen, die sich leicht vermeiden lassen, wenn die Entsicherung ausschließlich im vorgesehenen Ablauf erfolgt.

Beschädigungen und Reklamationen

Bei Textilien kann eine falsche Hebelwirkung am Hartetikett Nähte aufziehen, Stoffe einreißen oder Leder dauerhaft beschädigen. Bei verpackter Ware werden häufig Siegel zerstört oder Oberflächen zerkratzt. Solche Schäden führen nicht nur zu Reklamationen, sondern untergraben auch den präventiven Effekt der gesamten Warensicherung.

Fehlalarme und unnötige Unterbrechungen

Bleibt ein Klebeetikett aktiv oder wird ein Hartetikett nicht vollständig gelöst, löst das beim nächsten Durchschreiten des Eingangs häufig erneut einen Alarm aus. Für Kunden wirkt das irritierend, für Mitarbeitende bedeutet es Unterbrechung und Klärungsaufwand. Wie häufig solche Situationen auftreten und welche Ursachen dahinterstecken, zeigt der Ratgeber Fehlalarm bei der Warensicherung.

Missverständnisse im Verkaufsraum

Sichtbare Manipulationsspuren an Ware oder Verpackung führen schnell zu unnötigen Rückfragen oder unangenehmen Gesprächssituationen. Gerade im sensiblen Kassen- und Ausgangsbereich zahlt sich ein sauberer, standardisierter Ablauf aus, wie er auch im Kontext der Diebstahlsicherung empfohlen wird.

Welche Warensicherungen entfernt oder deaktiviert werden

Im Einzelhandel kommen grundsätzlich zwei Sicherungsarten zum Einsatz. Das klare Verständnis dieser Unterscheidung reduziert Fehler an der Kasse deutlich.

Hartetiketten

Hartetiketten (Hardtags) werden mechanisch mit Nadeln oder Schlaufen an der Ware befestigt. Sie werden an der Kasse aktiv entfernt und anschließend wiederverwendet. Ihr großer Vorteil liegt in der hohen Abschreckungswirkung und der zuverlässigen Detektion.

Typische Einsatzbereiche sind Textilien, Schuhe, Taschen, Brillen oder hochwertige Accessoires. Gerade im Modehandel sind Hardtags ein zentraler Bestandteil der Warensicherung im Modehandel, da sie sichtbar wirken und gleichzeitig einen schnellen Kassiervorgang ermöglichen.

Klebeetiketten

Klebeetiketten (Soft Labels) sind auf oder in der Verpackung angebracht und für Kunden meist unsichtbar. Sie werden an der Kasse nicht entfernt, sondern dauerhaft deaktiviert. Nach der Deaktivierung bleibt das Etikett am Produkt, ist jedoch funktionslos.

Diese Sicherungsform wird häufig bei Kosmetik, Drogeriewaren, Elektronik oder verpackten Artikeln eingesetzt. Entscheidend für eine zuverlässige Funktion ist die korrekte Platzierung, wie sie in den Hinweisen zur Installation von Warensicherungssystemen beschrieben wird.

Der entscheidende Unterschied lautet: Hartetikett lösen – Klebeetikett entwerten.

Übersicht: Sicherungen und deren Entfernung an der Kasse

Die folgende Tabelle bietet eine kompakte, praxisnahe Übersicht für den Kassenalltag.

Sicherung / SicherungsetikettTypTypische WarenEntfernung / DeaktivierungHinweis für die Praxis
Pencil / HardtagHartetikettTextilien, Schuhe, AccessoiresMit Magnetlöser lösenEinheitliche Platzierung beschleunigt den Kassiervorgang
Flat‑PencilHartetikettLeichte TextilienMit Magnetlöser lösenGeeignet für empfindliche Ware
MultialarmAktiver HardtagJacken, Mäntel, hochwertige AccessoiresMit Magnetlöser lösenZusätzlicher Alarm bei Manipulation
FlaschensicherungSpezial‑HardtagSpirituosen, hochwertige GetränkeMit Magnetlöser lösenHohe Abschreckung ohne Verpackungsschäden
BrillensicherungSpezialtagOptik, SportbrillenMit Speziallöser entfernenFür Anprobe optimiert
Can‑Security TagSpezialtagGetränkedosenMit passendem Löser öffnenSchnelle Sicherung bei hoher Frequenz
Klebeetikett AMKlebeetikettKosmetik, Drogerie, TechnikMit AM‑Deaktivator deaktivierenNicht über Kanten oder Metall kleben
Klebeetikett RFKlebeetikettVerpackte WareMit RF‑Deaktivator deaktivierenGerade und spannungsfrei platzieren
Dummy‑SicherungDummyWare nahe AntennenKeine Entfernung nötigVerhindert Fehlalarme bei Platzmangel

Für eine zuverlässige Erkennung sind zusätzlich entscheidend:
Abstände bei Warensicherung und Antennen‑Positionierung am Eingang.

So erfolgt das Entfernen der Warensicherung im Kassenprozess

Ein sauberer Kassenprozess ist kurz, wiederholbar und für Kunden unauffällig. Gleichzeitig ist er ein kritischer Punkt im gesamten Sicherungskonzept, da hier entscheidet wird, ob Etiketten zuverlässig entfernt oder deaktiviert werden.

Hartetikett entfernen

Das Hartetikett wird in den passenden Löser geführt, der Mechanismus geöffnet und Etikett sowie Nadel getrennt gesammelt. Entscheidend ist dabei Kontrolle, nicht Geschwindigkeit. Ein nicht vollständig gelöstes Etikett fällt oft erst später auf und verursacht dann erneute Alarme.

Gerade bei hoher Frequenz an der Kasse empfiehlt sich eine klare Positionierung des Lösegeräts im direkten Arbeitsbereich. Ergänzend dazu lohnt ein Blick auf die Empfehlungen zum Diebstahlschutz am Kassenbereich.

Klebeetikett deaktivieren

Klebeetiketten werden mit einem Deaktivator entwertet. Das Etikett verbleibt an der Ware, ist danach jedoch inaktiv. Zuverlässig funktioniert das nur, wenn Etiketten einheitlich platziert sind und der Deaktivator ergonomisch in den Scan- und Packprozess integriert ist.

Fehler an dieser Stelle gehören zu den häufigsten Ursachen für spätere Fehlalarme, insbesondere in stark frequentierten Filialen.

Wenn die Warensicherung nach dem Kauf noch vorhanden ist

Das kommt regelmäßig vor und lässt sich unkompliziert klären.

Für Kunden

Mit Ware und Kaufnachweis das nächstgelegene Geschäft aufsuchen. Das Etikett kann dort fachgerecht entfernt oder deaktiviert werden.

Für Händler

Ein klar definierter Ablauf und ein sachlicher Ton stellen sicher, dass aus einem Fehlalarm keine negative Kundenerfahrung entsteht.

Häufige Irrtümer

Bestimmte Annahmen halten sich hartnäckig, sind aber in der Praxis problematisch.

Starke Magnete ersetzen keinen Löser. Moderne Sicherungen sind darauf ausgelegt, Manipulationen zu widerstehen.

Klebeetiketten einfach abziehen löst das Problem nicht. Sie hinterlassen Spuren oder bleiben funktional aktiv.

Ein Alarm bedeutet nicht automatisch Diebstahl. Häufige Ursachen sind vergessene Entsicherung oder technische Störeinflüsse.

Mehr dazu: Störquellen bei AM‑Systemen und Störquellen bei RF‑Systemen.

Wie Sie Fehlalarme nachhaltig reduzieren

Der größte Hebel liegt oft nicht an den Antennen, sondern im täglichen Ablauf.

Einheitliche Regeln

Feste Etikettpositionen und klare Entsicherungsregeln je Warengruppe senken die Fehlerquote deutlich.

Ergänzend: Sicherung unterschiedlicher Warengruppen und Fehlalarm bei Warensicherung.

Schulung und Routine

Kurze, wiederholte Einweisungen sorgen für Sicherheit im Umgang mit Etiketten, Alarmen und Kundenansprache.

Warensicherung im Geschäft entfernen

Warensicherung entfernen ist ein klar definierter Bestandteil des Kassenprozesses. Hartetiketten werden gelöst, Klebeetiketten deaktiviert – ausschließlich durch geschultes Personal und mit passenden Geräten. Klare Abläufe, saubere Technikplatzierung und einheitliche Regeln reduzieren Fehlalarme und sorgen für ein professionelles Einkaufserlebnis.

Weiterführende Inhalte:

Hinweis: Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO: Mit Unterstützung von KI erstellt