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EAS vs. RFID – was ist wann sinnvoll?

Einordnung der Technologien

EAS (Electronic Article Surveillance) und RFID (Radio Frequency Identification) gelten als zentrale Technologien, wenn es um die Sicherung und Nachverfolgung von Waren im Handel geht. Beide Systeme arbeiten mit Funktechnologie, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele: Während EAS eine reine Diebstahlprävention bietet, ermöglicht RFID zusätzlich Inventur-, Logistik- und Prozessfunktionen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Warenstruktur, Frequenz, Filialgröße und wirtschaftlichen Anforderungen ab.
Eine Übersicht klassischer Sicherungslösungen finden Sie im Bereich Warensicherung.

Wie funktionieren EAS- und RFID-Systeme?

EAS – AM und RF im Überblick

EAS-Systeme detektieren spezielle Sicherungsetiketten oder Hardtags, wenn diese den Kassenbereich oder Ausgang durchlaufen. Unterschieden wird zwischen zwei gängigen Technologien:

AM (Acousto-Magnetic): Hohe Detektionsreichweite, sehr gute Erkennung bei Elektronik und sperrigen Gütern, unempfindlicher gegenüber metallischen Störquellen. Häufig genutzt im Elektronikhandel, Baumarkt und Fashion.

RF (Radio Frequency): Kostengünstige Klebeetiketten, breite Einsatzmöglichkeiten, jedoch tendenziell geringere Erkennungsqualität bei metallhaltigen Waren. Häufig im Lebensmitteleinzelhandel, im Drogeriebereich und in Apotheken eingesetzt.

RFID – weit mehr als Warensicherung

RFID arbeitet mit individuell identifizierbaren Transpondern und wird primär für Bestandsführung, Inventur und Logistikprozesse eingesetzt. Als alleinige Diebstahlsicherung spielt RFID im Handel eine untergeordnete Rolle.

RFID kann zwar Alarme auslösen, dient jedoch in der Praxis deutlich häufiger der Prozessoptimierung als der Diebstahlsicherung.

Erkennungsqualität und Fehlalarme

Die Erkennungsqualität ist für die tägliche Filialpraxis entscheidend. AM-Systeme bieten die höchste Detektionsrate und sind extrem stabil gegenüber Störungen – ein Vorteil für Elektronik, Metallwaren oder verpackungsintensive Produkte. RF-Systeme sind kostengünstiger, jedoch empfindlicher gegenüber Störfeldern. RFID eignet sich für komplexe Abläufe, ist aber nur bedingt als reine Diebstahlsicherung verlässlich, da die Detektion auf Identifikationsprozessen basiert und von Transponderqualität, Konfiguration und Umgebung abhängt.

Wirtschaftliche Faktoren und Kosten

Die Wahl zwischen EAS und RFID hängt stark von den technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab:

Für eine umfassende Betrachtung der Wirtschaftlichkeit klassischer Warensicherung bietet die Seite Warensicherung.

Vergleichsübersicht: EAS AM, EAS RF und RFID im direkten Vergleich

KriteriumEAS AMEAS RFRFID
Primärer ZweckDiebstahlsicherungDiebstahlsicherungProzess‑ & Bestandsmanagement, optional Sicherung
ErkennungsqualitätSehr hoch, besonders bei MetallwarenMittel, abhängig von UmgebungNiedrig bis mittel für reine Sicherung
StöranfälligkeitSehr geringHöher (Metall, Flüssigkeiten)Abhängig von Transponderqualität
Typische MedienHardtags, SpezialetikettenKlebeetiketten, HardtagsRFID‑Labels, Hardtags
Kosten pro Tag/EtikettMittel (wiederverwendbar)Sehr niedrigHoch
Investition ins SystemMittelNiedrigHoch (IT‑Integration notwendig)
BranchenfokusElektronik, Baumarkt, DIYLEH, Drogerie, Apotheke, FashionFashion, Logistik, Inventurautomation
VorteileHöchste Detektionsrate, robustGünstig, vielseitigBestände in Echtzeit, Automatisierung
NachteileHöherer HardwarepreisEmpfindlich gegenüber StörungenNicht optimal für reine Sicherung
NachhaltigkeitSehr hoch (wiederverwendbar)GutMittel (hoher Tag‑Verbrauch)

Branchenempfehlungen – was eignet sich für wen?

Elektronikhandel

Elektronikprodukte enthalten Metall und komplexe Verpackungen. Hier überzeugen AM-Systeme mit hoher Erkennungsqualität und stabiler Detektion. RFID wird häufig ergänzend für Bestandsmanagement verwendet.

Fashion- und Textilhandel

Sowohl AM- als auch RF-Systeme sind geeignet. Häufig wird RF eingesetzt, da Etiketten günstig sind und textile Waren sich gut sichern lassen. RFID gewinnt zunehmend Bedeutung, da Fashion-Händler Echtzeitbestände und automatisierte Warenbewegungen benötigen.

Apotheken und Drogerien

RF-Systeme reichen meist aus. Die Sicherung kleiner Artikel (Kosmetik, Arzneimittel) ist wirtschaftlich sinnvoll realisierbar. RFID wird hier kaum für die Sicherung, jedoch vereinzelt für Logistikprozesse genutzt.

Baumärkte und DIY

Große Flächen und metallhaltige Waren sprechen für AM-Systeme. Die Erkennungsstabilität ist hier ein entscheidender Faktor.

Weitere Hinweise zur Diebstahlsicherung finden Sie auf unserer Seite, dort können die Sicherungen käuflich erworben werden.

Warum RFID die EAS-Warensicherung nicht ersetzt

Obwohl RFID technisch moderner wirkt, ersetzt es klassische EAS-Systeme aus drei Gründen nicht:

  1. Detektionssicherheit: EAS bietet bessere Alarmperformance im Eingangsbereich.
  2. Kostenstruktur: RFID-Transponder sind teurer und wirtschaftlich für viele Warengruppen nicht sinnvoll.
  3. Systemkomplexität: RFID benötigt IT-Integration, Middleware und Prozessanpassungen – EAS funktioniert sofort.

RFID ist ideal, wenn Warenbewegungen, Bestände und Prozesse digitalisiert werden sollen. Es ist jedoch in den meisten Fällen nicht die alleinige Lösung für Diebstahlprävention.

Rechtliche Aspekte: RED 2014/53/EU und DSGVO

EAS-Systeme von Eastek erfüllen die Anforderungen der RED 2014/53/EU, der zentralen europäischen Funkrichtlinie. RFID-Anwendungen müssen zusätzlich datenschutzrechtlich bewertet werden, insbesondere wenn Nutzerbewegungen oder Seriennummernbezüge verarbeitet werden. Für Besucherzählung und weitere Systeme stehen DSGVO-konforme Lösungen zur Verfügung – siehe Besucherzählung.

Praxisorientierte Entscheidungshilfe

Für die mEAS und RFID erfüllen unterschiedliche Aufgaben. In der Praxis gilt:

Warensicherung für Ihr Sortiment prüfen lassen

FAQ – Häufige Fragen

Ist RFID zuverlässiger als EAS?
Nein, RFID bietet zusätzliche Funktionen, ist jedoch für reine Diebstahlprävention weniger zuverlässig als AM-Systeme.

Sind RF-Etiketten schlechter als AM-Hardtags?
RF ist günstiger und für viele Branchen ausreichend, AM bietet in anspruchsvolleren Sortimenten höhere Detektionssicherheit.

Kann RFID EAS vollständig ersetzen?
In der Praxis selten. RFID wird überwiegend für Prozesse genutzt, nicht für die reine Ladensicherung.

Welche Technologie ist langfristig nachhaltiger?
AM-Hardtags sind wiederverwendbar und dadurch besonders nachhaltig. RFID eignet sich für Prozessoptimierung, verursacht aber höhere Tag-Kosten.

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Hinweis: Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO: Mit Unterstützung von KI erstellt